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AI Workflows Content Hackathon 6 Min. Lesezeit

Vom Hackathon zur echten
Zeitersparnis.

Wie ich als Marketeerin einen KI-gestützten Content-Workflow gebaut habe – und warum der Mensch dabei im Lead bleibt.

Es gibt Momente, in denen man plötzlich begreift, was möglich ist. Für mich war das ein Hackathon.

Ich war damals noch im Marketing. Und wie die meisten Marketeers kannte ich das Problem gut: Ein neues Feature wird vorgestellt, und dann beginnt die eigentliche Arbeit. Briefing zusammenbauen, Blogpost schreiben, abstimmen, korrigieren, nochmal abstimmen. Drei Tage für eine einzige Kommunikationsmaßnahme – wenn alles gut lief. Oft dauerte es länger.

Content ist das, was Zeit frisst. Nicht weil er unwichtig wäre. Sondern weil der Prozess dahinter selten gut organisiert ist.

Beim Hackathon hatte ich zum ersten Mal die Zeit, das anders zu denken. Keine Meetings, kein Tagesgeschäft. Einfach ausprobieren. Und genau das wurde zum Wendepunkt.

Was mich überrascht hat

Ich hatte erwartet, dass KI schreibt. Was ich nicht erwartet hatte: wie viel Reibung im Prozess selbst steckt – und wie gut sich dieser Prozess automatisieren lässt.

Das Zusammenspiel aus KI und Automatisierung war das, was mich wirklich fasziniert hat. Nicht ein einzelnes Tool. Sondern die Verbindung: Ein Schritt löst den nächsten aus. Informationen fließen, ohne dass jemand sie manuell weitergibt. Ergebnisse entstehen, bevor die nächste Abstimmungsschleife beginnt.

Ich habe während des Hackathons einen Workflow gebaut – für Marketeers, die genau das Problem kennen, das ich kannte.

Der Workflow, Schritt für Schritt

01

Input als Video

Das Produktteam stellt eine Neuerung per Video vor – kurz, direkt, ohne langes Briefing-Dokument. Das Wissen kommt aus dem Team, nicht aus einer PowerPoint.

02

Transkription mit der Whisper API

Das Video wird automatisch transkribiert. Kein Informationsverlust, keine Nachfragen, keine Mitschriften.

03

Strukturiertes Briefing in SeaTable

Aus dem Transkript entsteht ein standardisiertes Redaktionsbriefing. Zentral dokumentiert, für alle sichtbar. Eine echte Single Source of Truth – kein E-Mail-Ping-Pong mehr.

04

Freigabeprozess über Jira

Briefings, Entwürfe und Finalversionen durchlaufen einen definierten Prozess mit klaren Rollen und Deadlines. Wer je eine Textfreigabe in einem Excel-Kommentar verfolgt hat, weiß, was das bedeutet.

Und wer entscheidet? Immer noch ein Mensch. Jira macht den Prozess sichtbar und nachvollziehbar, aber es trifft keine inhaltlichen Entscheidungen. Das bleibt Aufgabe der Menschen, die den Content verantworten.

05

Content-Erstellung mit GPT-4

GPT-4 generiert auf Basis des Briefings einen ersten Textentwurf. Kein fertiger Artikel, aber eine echte Arbeitsgrundlage.

Der Mensch bleibt im Lead. Die KI liefert den Rohstoff, aber Ton, Haltung und Urteil kommen vom Menschen. Der Entwurf wird gelesen, bewertet, überarbeitet. Nicht abgenickt. Das ist kein Schritt, der automatisiert wird, sondern einer, der durch Automatisierung davor überhaupt erst Luft bekommt.

06

Distribution über Make.com

Der fertige Blogartikel wird automatisch für weitere Kanäle adaptiert: LinkedIn-Post, E-Mail, Landingpage. Abgestimmt aufeinander, aus einer Quelle.

Das Ergebnis

3 Tage
vorher
1 Tag
nachher

Inklusive Recherche, Schreiben und Abstimmungsschleifen.

Was ich mitgenommen habe

KI allein macht keinen Unterschied.

Was den Unterschied macht, ist der Prozess darum herum. Automatisierung ohne Struktur produziert nur schneller Chaos. Und Automatisierung ohne menschliches Urteil produziert schneller Mittelmäßigkeit.

Der erste Entwurf ist nicht das Problem.

Das Problem ist alles davor und danach: unstrukturierte Inputs, unklare Übergaben, fehlende Entscheidungswege. Genau da greift der Workflow. Die KI übernimmt die Schritte, die klar definiert und wiederholbar sind. Alles, was Kontext, Erfahrung und Einschätzung erfordert, bleibt beim Menschen.

Human in the loop ist kein Kompromiss – sondern das Prinzip.

Ich habe diesen Workflow nicht gebaut, um Menschen aus dem Prozess herauszunehmen. Ich habe ihn gebaut, damit Menschen sich auf die Arbeit konzentrieren können, die tatsächlich ihre Aufmerksamkeit verdient. Die Recherche, das Schreiben, das Abstimmen, das Entscheiden: Das alles passiert noch. Nur nicht mehr in einem Wust aus unstrukturierten Inputs und E-Mail-Ketten.

Der Mensch bleibt im Lead. Das war der Ausgangspunkt, und das ist das Ergebnis.

Ausprobieren ist unterschätzt.

Ein Hackathon ist kein Luxus. Er ist die Bedingung, unter der echte Ideen entstehen. Wer nie Zeit hat, etwas wirklich durchzudenken, optimiert immer nur das Bestehende. Ich habe in diesem Hackathon mehr gelernt als in Monaten davor, weil ich einfach angefangen habe zu bauen – ohne zu wissen, ob es funktioniert.

Für mich war dieser Hackathon der Moment, in dem ich verstanden habe, was KI und Automatisierung zusammen können. Nicht als Versprechen, sondern als Praxis. Und nicht weil die KI die Arbeit übernimmt, sondern weil sie die Arbeit möglich macht, die wirklich zählt.

Wenn du im Marketing arbeitest und weißt, dass Content-Prozesse bei dir genauso aussehen wie bei mir damals: Ich freue mich über den Austausch.

Austausch

Kennst du das Problem?

Content-Prozesse, die Zeit fressen. Abstimmungsschleifen ohne Ende.
Wenn das klingt wie dein Alltag – schreib mir.

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